Bodengutachten für ein stabiles Fundament

Ist die Erschließung des Grundstücks abgeschlossen, kann die Baufirma mit dem Aushub beginnen. Als Aushub wird die Erde oder das Aushubmaterial bezeichnet, das aus der Baugrube (oder beim Tunnelbau) entfernt wird.

Mit einem Bodengutachten kann vor dem Aushub mit zwei Bohrungen bereits festgestellt werden, welche Art der Gründung beziehungsweise welches Fundament als Übergang zwischen Boden und Haus dienen soll (Bodenplatte, Pfahlgründung usw.). Der dreistellige Betrag für ein Bodengutachten ist eine sinnvolle, wenn auch teure Investition, um später nicht mit einem schiefen Haus und feuchten Keller dazustehen.

Bewegungen im Erdreich sind durchaus möglich, daher ist bei der Gründung eine Tiefe ohne Eigenbewegungen zu wählen. Diese Bewegungen entstehen durch Austrocknung, die zur Rissen im oberen Erdboden führt, und durch Frost. Die Frosttiefe ist für den Hausbau ausschlaggebend. Es ist von Ort zu Ort sehr unterschiedlich, wie tief die Kälte in den Boden eindringen kann und damit gefährliche Auswirkungen auf Bauwerke hat. Durch die Umwandlung von Wasser zu Eis im Winter und Frühjahr im Boden kann es aufgrund der Ausdehnung zu Frosterhebungen und Bauwerkrissen kommen, daher muss das Haus auf jeden Fall tiefer als die Frosttiefe liegen.

Zu Problemen kann ebenfalls ein hoher Grundwasserspiegel oder die Nähe zu Gewässern führen, sodass man eine sogenannte Weiße Wanne aus wasserundurchlässigem Beton als Kelleraußenwand verwenden muss. Ist der Boden nicht tragfähig, kann dieser entweder ausgetauscht werden oder muss durch Pfahlgründung tragfähig gemacht werden. Bei dieser Form der Tiefgründung werden Pfähle (GEWI-Pfähle) in das Grundstück gebohrt oder gerammt, bis eine ausreichend tragfähige Schicht erreicht ist.

Sowohl die Weiße Wanne als auch die Pfahlgründung können zu deutlichen Mehrkosten führen, aber mit einem Bodengutachten ist man auf der sicheren Seite und kann planen, welche Kosten beim Hausbau zustande kommen. Spart man sich die Kosten für ein Bodengutachten, kann es vorkommen, dass man bei einem ungeeigneten Boden sein Haus durch massive Risse aufgrund der Bewegungen im Erdreich nur noch als Totalschaden abschreiben kann. Die Kosten für ein Gutachten sind Peanuts im Vergleich zu einem unbewohnbaren Haus.

Rohbau Jeder, der sich ein Haus bauen möchte, muss mit einer detaillierten Planung beginnen.

Hierzu gehören u.a. die Kalkulation der Kosten und die Planung des Hauses, was in der Regel in Zusammenarbeit mit einem Architekten passiert. Die erste Erleichterung, dass etwas voran geht, ist für die meisten Bauherren, wenn der Rohbau steht. Dann kann man sich ein wenig zuhause fühlen und sich wesentlich besser vorstellen, wie das Haus denn wohl im fertigen Zustand aussehen wird.

Die Roharbeiten sind aber auch die wichtigsten Arbeiten beim Bau ( Achtung ! passende Baustellenabsicherung durch Bauzaun! ), denn wenn sich hier Fehler einschleichen, ist im schlimmsten Fall das ganze Haus unbrauchbar. So muss das Mauerwerk in jedem Fall fachgerecht gedämmt werden und auch die Decke und Wände dürfen keine Fehler aufweisen. Wird hier nicht absolut sorgfältig gearbeitet, kann es vorkommen, dass sich Fehler ergeben, die man später nur noch schwierig beheben kann.

Nicht selten hat es auch schon Fehler gegeben, die man nicht mehr beheben kann, was den Abbruch des Hauses zur Folge hat. Zu den häufigsten Fehlern gehört, dass die Keller zu feucht sind und sich Schimmel bildet. Begründet sind solche Dinge in einer mangelhaften oder falschen Isolierung. Man kann einen feuchten Keller zwar auch noch nachträglich sanieren, allerdings verursacht dies unnütz Kosten, die man durch einen achtsamen Rohbau vermeiden kann.

Zudem kann man sich so auch jede Menge Arger sparen und seine Nerven schonen. Der Rohbau ist in der Regel ein Bestandteil der Hochbauplanung eines Architekten. Beteiligt sind hierbei aber auch Statiker, da es sich um das Tragwerk des Gebäudes handelt. Sehr viele Bauherren übergeben die Erstellung des Rohbaus an eine Baufirma. Diese koordiniert dann die einzelnen Gewerke, sodass der Bauherr nichts weiter mit Terminplanung und Materialbeschaffung zu tun hat.

Allerdings kann man einen Rohbau auch selbst erstellen, was allerdings handwerkliches Geschick erfordert, zeitaufwendig ist, dafür aber meist weniger kostet. Jedoch gehören nicht nur das Mauerwerk zum Rohbau, sondern auch das Dach sowie die Fassade und der Schornstein. All dies wird in der Rohbauphase erstellt und lässt das Haus immer wohnlicher werden.

Wenn der Rohbau fertig ist, feiert man in der Regel erst einmal das Richtfest. Dies geschieht, bevor die Dachziegel auf das Dach kommen. Hierzu werden alle Freunde und Verwandte eingeladen und auch die Handwerker, die am Bau beteiligt sind, kann man dazu einladen. Auf den Dachstuhl bringt man einen Kranz an, und der Bauherr schlägt den letzten Nagel in das Gebälk. Mit dem Richtfest wird gleichzeitig auch die zweite Bauphase eingeläutet, denn nur geht es an den Innenausbau.

Bevor jedoch der Innenausbau erfolgen kann, muss ein Prüfstatiker die Rohbauarbeiten als fehlerfrei abnehmen. Ist dies nicht der Fall, muss nachgebessert werden, denn man darf mit dem Innenausbau grundsätzlich immer erst dann beginnen, wenn der Prüfstatiker den Rohbau komplett abgenommen hat.